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Memorator - ort

Memorator

Mainz: Denkmal „Diffamiert“

Das Denkmal „Diffamiert“ in Mainz erinnert an wohnungslose Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, entrechtet und ausgegrenzt wurden. Das zwischen dem Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz und dem Landtag Rheinland-Pfalz errichtete Denkmal macht auf eine oft vergessene Opfergruppe aufmerksam und setzt ein Zeichen gegen soziale Ausgrenzung. Zugleich verweist es auf heutige Verantwortung im Umgang mit Armut und Wohnungslosigkeit und lädt dazu ein, sich mit Mechanismen von Stigmatisierung und Verfolgung auseinanderzusetzen.

Nahaufnahme der Plastik.© Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz / Annika Heinze - Mainz Denkmal 'Diffamiert"

Das Denkmal „Diffamiert“ in Mainz erinnert an wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft als sogenannte „Asoziale“ verfolgt wurden. Viele Betroffene wurden entrechtet, zwangsweise in Arbeitsanstalten eingewiesen oder in Konzentrationslager deportiert. Ihre Geschichte blieb lange kaum beachtet und wurde erst in den letzten Jahren stärker in das öffentliche Gedenken einbezogen. Erst 2020 erkannte der Bundestag die als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ Verfolgten offiziell als NS-Opfer an.

Das Mahnmal befindet sich in der Nähe des Landtags Rheinland-Pfalz und wurde Ende 2025 eingeweiht. Initiiert wurde das Projekt unter anderem vom Mainzer Sozialmediziner und Arzt Gerhard Trabert, der sich seit vielen Jahren für wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen einsetzt. Das Denkmal soll nicht nur an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung erinnern, sondern auch auf heutige Formen sozialer Ausgrenzung aufmerksam machen.

Als öffentlicher Erinnerungsort verbindet das Denkmal historische Aufarbeitung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen und lädt Passantinnen und Passanten dazu ein, über Menschenwürde, soziale Teilhabe und Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft nachzudenken.

Adresse

Petersplatz (nahe Landtag Rheinland-Pfalz) Neben Große Bleiche 60-62 55116 Mainz

Anfahrt

Anreise mit dem Auto: Mainz ist über die Autobahnen A60, A63 und A66 erreichbar. Parkmöglichkeiten bestehen in den Parkhäusern der Innenstadt nahe Ernst-Ludwig-Platz und Rheinufer; von dort kurzer Fußweg zum Denkmal.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Vom Mainzer Hauptbahnhof bestehen zahlreiche Busverbindungen in Richtung Innenstadt bis zu den Haltestellen Landtag oder Bauhofstraße/Landesmuseum; von dort wenige Gehminuten zum Denkmal.

Praktische Hinweise

  •  Freier Eintritt
  •  Barrierefrei
  •  Frei zugänglich
  •  Open-air/Freiluftangebot
  •  Einzelbesucher
  •  Gruppen
  •  Anbindung an den ÖPNV

Wiederkehrende Termine

  • 13. Juni Beginn der Aktion "Arbeitsscheu Reich" gegen als "asozial" eingestufte Menschen, dies betraf auch wohnungslose Menschen.
  • 27. Januar Internationaler Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus
  • 20. November Einweihung des Denkmals „Diffamiert“ in Mainz

Weiterführende Links

Videos

Audios

Sonstige digitale Angebote

  • Sebastian Senger: „Asoziale Volksgenossen“

    Ausstellungsposter aus der Ausstellung zu Neustadt an der Weinstraße im Nationalsozialismus, welches das Schicksal der als „asozial“ Gebrandmarkten beleuchtet.

  • Neustadt-und-nationalsozialismus.uni-mainz.de: Sozialrassistische Verfolgung

    Kapitel im digitalen Schulbuch zu Neustadt an der Weinstraße im Nationalsozialismus, Kapitel „Die Volksgemeinschaft und die ‚Anderen‘“, 2. Sozialrassistische Verfolgung.

  • Miriam Breß: „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“

    Neustadt im Nationalsozialismus - Lexikoneintrag zum Thema.

Publikationen

  • Julia Hörath (2017): „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ in den Konzentrationslagern 1933 bis 1938

    Aktuelle Studie zu den als „asozial“ Verfolgten.

  • Miriam Breß (2020): „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“. Die sozialrassistische und „kriminalpräventive“ Verfolgung

    Studie mit regionalgeschichtlichem Schwerpunkt auf Neustadt an der Weinstraße und die Aussonderung von „Asozialen“ aus der Volksgemeinschaft, erschienen in: Volksgemeinschaft in der Gauhauptstadt. Neustadt an der Weinstraße und der Nationalsozialismus. Münster 2020 (hrsg. v. Markus Raasch, S. 475-493).

  • Wolfgang Ayass (1995): „Asoziale“ im Nationalsozialismus

    Studie zur sozialrassistischen Verfolgung.

  • Anne Allex (Hrsg.) (2017): Sozialrassistische Verfolgung im deutschen Faschismus. Kinder, Jugendliche, Frauen als sogenannte „Asoziale“. Schwierigkeiten beim Gedenken

    Sammelband mit Beiträgen zur „Asozialenverfolgung“ vom Kaiserreich bis über den Nationalsozialismus hinaus.

  • Dietmar Sedlaczek (Hrsg.) (2005): „minderwertig“ und „asozial“. Stationen der Verfolgung gesellschaftlicher Aussenseiter

    Sammelband mit Beiträgen zu „Asozialität“ gestern und heute, in Deutschland und der Schweiz, „Wiedergutmachung“ und kulturhistorische Perspektiven auf den Begriff der „deutschen Arbeit“.

  • Helga Amesberger, Judith Goetz, Brigitte Halbmayr, Dirk Lange (Hrsg.) (2021): Kontinuitäten der Stigmatisierung von „Asozialität“. Perspektiven gesellschaftskritischer Politischer Bildung

    Historische Hintergründe zum Thema „Asozialität“ und Antiziganismus und heutige Stigmatisierung von „Asozialität“ im Kontext gesellschaftskritischer Politischer Bildung, zudem Anregungen für die Unterrichtsgestaltung.

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