Memorator

Ettelbrück: Alte Synagoge

Die 1870 eingeweihte Synagoge in Ettelbrück zeugt von einer einst blühenden jüdischen Gemeinschaft, die durch die Verbrechen des Nationalsozialismus fast vollständig ausgelöscht wurde. Nach wechselvoller Nutzung ist das historische Gebäude heute ein Ort des Gedenkens und der Bildung, der die Geschichte jüdischen Lebens in Ettelbrück bewahrt und vermittelt.

© - Aussenansicht Al Synagog ©al Synagog A.s.b.l.

Ursprünglich als Gartengelände an den Handelsmann Joseph Cahen verkauft, begannen um 1865 die Bauarbeiten für ein Gotteshaus der jüdischen Gemeinde in Ettelbrück. Ermöglicht wurde der Bau durch Subventionen sowie durch Spenden von Privatpersonen aus dem ganzen Land. Im Jahr 1870 eingeweiht, überlebte die Synagoge in Ettelbrück die Besatzung Nazi-Deutschlands während des Zweiten Weltkriegs. Die jüdische Leben in Ettelbrück und der umliegenden Region wurde durch die Verbrechen der Nationalsozialisten jedoch nahezu vollständig ausgelöscht. Während das Gebäude äußerlich weitgehend intakt blieb, hinterließ die deutsche Besatzung deutliche Spuren im Inneren der Synagoge. Auch das ursprünglich farbenfrohe Innendesign ging im Zuge von Renovierungsarbeiten nach dem Krieg verloren. Bis 1962 wurde die Synagoge weiterhin für religiöse Zwecke genutzt. Anschließend diente das Gebäude zunächst als Lager- und Handelshaus eines Möbelhändlers und später eines Teppichhändlers. Im Jahr 2017 wurden die alte Synagoge und das angrenzende Wohnhaus als „Monument national“ unter Denkmalschutz gestellt. Ein Jahr später übernahm die Gemeindeverwaltung das Gebäude. Darauf folgte die Gründung der Al Synagog Ettelbréck a.s.b.l., die die Renovierung begleitet und sich für die Bewahrung der Erinnerung an die jüdische Gemeinschaft einsetzt. Seit 2019 dient die alte Synagoge in Ettelbrück als Erinnerungs- und Bildungsort.

Adresse

20 Rue de Warken L-9088 Ettelbruck

Anfahrt

Praktische Hinweise

  •  Freier Eintritt
  •  Gruppen
  •  Führungen
  •  Führungen/Angebote für Schulklassen

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