Saarbrücken: Band der Erinnerung
Auf dem Vorplatz der Saarbrücker Synagoge am Beethovenplatz wurde im September 2022 das Mahnmal „Band der Erinnerung“ eingeweiht. Aus diesem Anlass wurde der Vorplatz in „Platz der Erinnerung“ umbenannt. Die von dem Berliner Künstlerduo David Mannstein und Maria Vil geschaffene begehbare Skulptur ist ein drei Meter hohes und 15 Meter langes geschwungenes Metallband. Ihr Entwurf geht auf das Zitat des Schriftstellers Thomas Mann „Der Namen ist ein Stück des Seins und der Seele“ zurück. Das Mahnmal setzt sich aus den soweit bekannten Namen der in der Saarregion lebenden Jüdinnen und Juden zusammen, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Namen begleiten jeweils die Geburts- und Sterbedaten sowie der Todesort. Das damit namentliche Erinnern an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus des Saarlandes steht in direkter Verbindung zum unweit gelegenen 2013 eingeweihten Rabbiner-Rülf-Platz. Dort wird an das jüdische Leben im Saarland vor dem Jahr 1933, an dessen Vernichtung während der Zeit des Nationalsozialismus sowie an dessen Wiederaufbau nach 1945 erinnert. An diesem Ort war ursrprünglich das namentliche Erinnern vorgesehen. Doch wurden dafür ein eigener Ort und eine eigene Form des Gedenkens geschaffen. Diese setzt sich in dem digitalen Gedenkbuch der Landeshauptstadt Saarbrücken fort. Die Errichtung des Mahnmals „Band der Erinnerung“ war ein gemeinsames Projekt der Synagogengemeinde Saar, der Landeshauptstadt Saarbrücken, des Landtags des Saarlandes, der Regierung des Saarlandes und des Vereins „DenkmalMit!“.
2022 09 Detail "Band der Erinnerung" vor der Synagoge Saarbrücken I Detail
© Sabine Graf, LpB Saarland
Adresse
Platz der Erinnerung 66111 SaarbrückenAnfahrt
Mit dem Pkw: Parken auf dem benachbarten Beethovenplatz möglich.
Mit dem ÖPNV: Mit den Buslinien 109, 124. Ausstieg Bushaltestelle "Beethovenplatz"
Praktische Hinweise
- Freier Eintritt
- Barrierefrei
- Frei zugänglich
- Open-air/Freiluftangebot
- Einzelbesucher
- Gruppen
- Führungen
- Führungen/Angebote für Schulklassen
- Anbindung an den ÖPNV
- Dauerausstellung
- Bildungsangebote (Workshops)
Wiederkehrende Termine
- Gedenktag an die Pogrome vom 9. November 1938
Weiterführende Links
- Historisches Museum Saar
Die Dauerausstellung "Zehn statt tausend Jahre" zur NS-Zeit an der Saar im Historischen Museum Saar beschäftigt sich auch mit dem Jüdischen Leben an der Saar und bietet entsprechende Führungen und Workshops an. - Aktivitäten der Landeshauptstadt im Bereich der Erinnerungsarbeit
Die Seite "Erinnern" der Landeshauptstadt Saarbrücken enthält das Digitale Gedenkbuch mit Datenbank und ausführlichen Darstellungen des Jüdischen Lebens in Saarbrücken vor 1935 sowie in der Zeit des Nationalsozialismus. - Digitales Gedenkbuch der Landeshauptstadt Saarbrücken
Digitales Gedenkbuch der LHS an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden. - Internetauftritt des Beauftragten für jüdisches Leben im Saarland
Internetseite des Beauftragten für jüdisches Leben im Saarland und gegen Antisemitismus. - Erinnerungsarbeit im Saarland: Band der Erinnerung
Zusammenstellung der saarländischen Erinnerungsorte und Gedenkstätten zu Widerstand und Verfolgung in der NS-Zeit von der LAG Erinnerungsarbeit im Saarland. - Internetauftritt des Künstler:innenduos Mannstein & Vil
Vorstellung und Erläuterung des Entwurfs "Band der Erinnerung" durch deren Urheber Mannstein & Vil. - "Band der Erinnerung": Informationen und Materialien
Informationen und Arbeitsmaterialien für Schulen und Projektgruppen zu saarländischen Lern- und Erinnerungsorten. - Synagogengemeinde Saar
Internetauftritt der Synagogengemeinde Saar mit Angeboten für Synagogenführungen.
Videos
- Synagogengemeinde Saar: Virtueller Rundgang durch die Saarbrücker Synagoge
Virtueller Rundgang mit Kantor Benjamin Chait durch die Saarbrücker Synagoge. Sie wurde 1951 eingeweiht und ist damit die erste, neugebaute Synagoge in Deutschland nach 1945. 1946 fand die Neugründung der Synagogengemeinde Saar durch 40 Holocaust-Überlebende in Saarbrücken statt.
- Wolfgang Bogler, Saarländische Staatskanzlei: Die Synagogengemeinde Saar-Jüdisches Leben im Saarland
Um jüdisches Leben im Saarland zu illustrieren hat die Staatskanzlei unter dem Titel „Die Synagogengemeinde Saar – Jüdisches Leben im Saarland“ eine einzigartige virtuelle Ausstellung zur Saarbrücker Synagoge, jüdischer Traditionen und Symbole erstellt. Zu finden auf https://artsandculture.google.com/sto... , dem Kanal der saarländischen Staatskanzlei auf der globalen Kulturplattform Google Arts & Culture. Alle Elemente – vom virtuellen Rundgang über Fotos bis hin zu den persönlichen Ausführungen des Kantors Benjamin Chait – sind in 360 Grad-Optiken erlebbar. Erläuternde Texte zu den virtuellen Stationen zeigen die bewegte Geschichte der Jüdischen Gemeinde im Land. Durch die 8K-Videoauflösung können Besucher selbst kleinste Details wie beispielsweise Schriften erkennen. In acht zusätzlichen Videos des Rundgangs erläutert Kantor Chait die Elemente jüdischer Gottesdienste.
E-Books
- Institut für aktuelle Kunst im Saarland: Dokumentation Wettbewerb namentliches Erinnern Synagogenvorplatz Saarbrücken
Die Dokumentation enthält alle für den Wettbewerb eingereichten Entwürfe.