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Memorator - ort

Memorator

Lebach: Lernort Friedhof

Die Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof in Lebach ist seit 2019 ein Lernort für Schulen und Geschichtsinteressierte. Im Zentrum des Lehr- und Informationsangebotes stehen vor Ort und digital auf einer Internetseite das Kriegsgeschehen und die NS-Verbrechen sowie die Zeit unmittelbar nach 1945 anhand ausgewählter Biographien.

 

2019 wurde aus der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Lebach ein Lernort zum Zweiten Weltkrieg und zur Zeit des Nationalsozialismus anhand der Biographien der auf dem Friedhof beigesetzten 256 Menschen.© LpB Saarland - 2026: Lernort_Lebach_Gesamtansicht_Vue_de_Face.

Die Kriegsgräberstätte wurde im Frühjahr 1940 zur Zeit des Westfeldzugs der Deutschen Wehrmacht neben dem städtischen Friedhof als sogenann­ter „Heldenfriedhof“ angelegt.
Dort wurden 255 deutsche Sol­daten beigesetzt, die im Lazarett in der Dillinger Straße ihren Verwundun­gen erlegen waren. Auch zivile Opfer, darunter 73 Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Osteuropa wurden hier begraben. Nach Kriegsende warteten ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter als sogenannte „Displaced Persons“ in Lebach bis 1947 auf ihre Rückführung in ihre Herkunftsländer. Während dieser Zeit wurden Ehen geschlossen und Kinder geboren, von denen einige nicht überlebten. Sie fanden ebenfalls auf der Kriegsgräberstätte ihre letzte Ruhe.
Damit in enger, thematischer Verknüpfung stehen die Kellerräume des ehemaligen Kasernenkomplexes in der Dillinger Straße 67, heute Standort des Johannes-Kepler-Gymnasiums. Dort war bis 1945 ein Reserve-Lazarett. Nach Kriegsende wurde es zu einem zentralen Lager der UNRRA (Vorgängerorganisation der UNO) für ehemalige Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen sowie Kriegsgefangene. Im früheren Arrestkeller haben sich Wandinschriften aus dieser Zeit erhalten. Der Historische Verein Lebach gedenkt darüber hinaus der weiteren Opfer des Nationalsozialismus in Lebach mit Stolpersteinen.
Auf dem Friedhof verweist ein in den 1960er Jahren errichtetes Mahnmal auf die Bedeutung des Ortes nach 1945 als sogenannter „Ehrenfriedhof“. In den folgenden Jahrzehnten geriet dieser mit der Erweiterung des benachbarten städtischen Friedhofs aus dem Blick. Die Sanierung des Ehrenfriedhofs in den Jahren 2017 bis 2019 begleitete eine Dokumentation der Geschichte des Ortes. Sie bildete die Grundlage für die Entwicklung der Anlage zum Lernort. Daran waren die beiden Lebacher Gymnasien, der Historische Verein Lebach, die Arbeitsgruppe „Die Lebacher“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) sowie der Landesverband Saar des VDK beteiligt.
Die von Schülerinnen und Schülern aus Lebach gemeinsam mit Lokalhistorikern in lokalen Archiven ermittelten Bild- und Textdokumente sowie Pläne und Karten bilden die Grundlage der für Schulen und Geschichtsinteressierte angebotenen Lernmaterialien. Dabei greifen analoge Angebote vor Ort und digitale Angebote auf der Internetseite des Lernort Lebachs ineinander. Infotafeln und -stelen neben den einzelnen Gräbern informieren mit ausgewählten Einzelbiographien über auf dem Friedhof beigesetzte Opfergruppen. Die den Texten beigefügten QR-Codes leiten über zu weitführenden Informationen auf der Internetseite. Dazu gehören ein zentraler Lageplan und eine Gräberliste mit allen erfassten Namen zur Orientierung vor Ort. Dabei bestimmt den Lernort der zeitgemäße Ansatz des Forschenden. Das heißt ein Lernen, das auf eigenständigem Arbeiten der Schülerinnen und Schüler in Gruppen basiert.

 

Adresse

Friedhof Lebach Trierer Straße 66822 Lebach

Anfahrt

Mit dem Pkw: B 269 nach Lebach.
Mit der Bahn oder der Saarbahn: Regionalbahn 72 bis Bahnhof Lebach. Dann zu Fuß entlang der Tholeyer Straße und von dort nach links in die Trierer Straße einbiegen. Die Dauer der Wegstrecke beträgt rund zehn Minuten. 

 

 

 

Praktische Hinweise

  •  Freier Eintritt
  •  Barrierefrei
  •  Frei zugänglich
  •  Open-air/Freiluftangebot
  •  Einzelbesucher
  •  Gruppen
  •  Führungen
  •  Führungen/Angebote für Schulklassen
  •  Bildungsangebote (Workshops)
  •  Anbindung an den ÖPNV

Weiterführende Links

  • Lernort Lebach
    Die Internetseite Lernort Lebach ist die notwendige digitale Ergänzung zum Lernort Friedhof Lebach. Dort finden sich Informationen zu den Biographien der dort beigesetzten Menschen sowie weiterführende Hinweise zur Zwangsarbeit und zum Zweiten Weltkrieg in der Stadt Lebach.
  • Das Portal Erinnert-Euch.de
    Das Portal "Erinnert Euch" versammelt alle Erinnerungsorte und Gedenkstätten im Saarland sowie in der angrenzenden Großregion. Zu jedem Eintrag gibt in Text und Bild Informationen zur Geschichte des jeweiligen Ortes sowie weiterführende Literaturangaben und Links.
  • Volksbund Kriegsgräberfürsorge Landesverband Saarland
    Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Saarland war wesentlich am Zustandekommen des Lernortes Lebach und dessen Gestaltung mit Infotafeln beteiligt.

Sonstige digitale Angebote

  • N.N.: Handreichung Lernort Kriegsgräberstätte

    Die Handreichung Lernort Kriegsgräberstätte stellt zentrale Formate der pädagogischen Arbeit auf Kriegsgräberstätten vor und beleuchtet diese jeweils anhand von zwei Beispielen. Zudem verweist die Broschüre auf die didaktischen Potenziale und historischen Dimensionen der Friedhöfe.

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